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Wirtschaftsästhetik. Neue Perspektiven

Die Wirtschaftsästhetik dient dazu, neue Perspektiven auf die Organisation zu entwickeln, um dadurch neues Handeln zu ermöglichen.


Die Managementtheorie hat seit ihren Anfängen Themen und Techniken anderer Disziplinen wie den Ingenieurswissenschaften, der Mathematik, der Psychologie, der Soziologie oder der Biologie in ihren Diskurs aufgenommen und für ihren Gegenstand fruchtbar gemacht. Auch die Künste wurden von Managementtheoretikern thematisiert, allerdings fanden die Künste, künstlerisches Denken und Handeln bisher nur wenig Eingang in die Managementtheorie.
Die Künste liefern der Betriebswirtschaftslehre ein reiches aber bisher nur wenig erschlossenes Untersuchungsgebiet. Über den Begriff der Wirtschaftsästhetik, der sich an die Begriffe der Wirtschaftsethik oder der Wirtschaftssoziologie anlehnt, soll eine Schnittstelle geschaffen werden, mit der das Feld der Kunst der Managementtheorie zugänglich gemacht wird. Dabei geht es nicht um den Imagetransfer durch Sponsoring mit dem sich das Marketing oder das Kunst- und Kulturmanagement beschäftigt, sondern um die Entwicklung neuer Strategien und Methoden zur Organisationsentwicklung und -gestaltung, zur Produktentwicklung und zur Kommunikationsgestaltung und zur Organisationskritik. Die Wirtschaftsästhetik ist disziplinär an der Schnittstelle von Kultur- und Kunsttheorie, der Managementlehre und der künstlerischen Praxis angesiedelt.



Fragen der Wirtschaftsästhetik sind beispielsweise:
Welche Perspektiven eröffnen Künstler - die Spezialisten zur Beobachtung der Kultur in Gesellschaft - wenn sie die Kultur einer Organisation beobachten? Wie lassen sich künstlerische Methoden der Repräsentation kultureller Phänomene in Organisationen einsetzen? Welche Möglichkeiten zur Organisationsentwicklung ergeben sich daraus für das Management?
Allgemein unterscheidet man zwischen natur- und geisteswissenschaftlicher Forschung. Aber auch Künstler forschen, um neue Perspektiven auf die Welt hervor zu bringen. Wie lassen sich Methoden der künstlerischen Forschung auf und in Organisationen anwenden?
Wie lassen sich künstlerische Techniken der Wertzuweisung und Wertsteigerung durch Symbolisierung, Inszenierung, Auratisierung, Intervention u.a. auf Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen transformieren?
Was kann von »Hochleistungsorganisationen« wie Orchestern, die ein Höchstmass an Koordination und Perfektion bei der Produkterstellung erbringen, zur Organisationsgestaltung gelernt werden? Wie »baut« man solch eine Organisation?
Wie schafft es das Kunstsystem ständig ein so großes Innovationspotential zu entwickeln? Kann die Organisation des Kunstsystems Vorbild sein für Unternehmungen, die auf hoch innovativen Märkten agieren?

Organisationstheoretiker die das Neuland erkunden können, das die Kunst - die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Gesellschaft - antizipiert, finden interessante Modelle für zukünftige Arbeitswelten.


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Links (Auswahl)
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art, science & business, Akademie Schloß Solitude, Stuttgart
Forum Forschung ZHdK, Zürich
IMEX, der Spezialist für Poesierevitalisierung
Institut for Research in Art and Design, Basel
Y (Institut für Transdisziplinarität), Bern
Produkt und Vision
Siemens Arts Program
TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft
Wirtschaftskultur Universität Witten/Herdecke
Zeppelin University

Kontakt

martin.troendle(at)fhnw.ch

Dr. Martin Tröndle unterrichtet Wirtschaftsästhetik im Studiengang design | art & innovation an der Hochschule für Gestaltung und Kunst, Basel.






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